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Rezensionen zu:
Walser, Martin - Ein liebender Mann
Datum: Sonntag, 02. März 2008
Autor: Steffen Ludwig
Rezension:
Ein mutiges Projekt
Martin Walser riskiert mit seinem neuen Roman Ein liebender Mann den Vergleich mit Thomas Manns Lotte in Weimar und letztlich sogar mit Goethe selbst. Er schildert in diesem Roman Goethes letzte große - unerwiderte - Liebe zur vierundfünfzig Jahre jüngeren Ulrike von Levetzow.
Walser gelingt es dabei vortrefflich die Handlung und vor allem die Gefühle - Goethes Gefühle - authentisch erscheinen zu lassen. Er trifft den richtigen Ton, sodass wir uns während des gesamten Romans ganz bei Goethe fühlen. Wir haben das Gefühl, dass wir sein Tagebuch lesen - auch wenn der Roman in der dritten Person geschrieben worden ist.
Erst mit dem letzten Satz beraubt uns Walser unserer Illusion. Er weckt uns quasi auf und ruft uns zu: Hallo, aufwachen! Ich wars, der Walser! Alles nur Fiktion.
Doch trotz des letzten Satzes - dieses Buch hält dem Vergleich mit Thomas Mann stand. Ein großer Wurf.
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